Chris Cornell: Witwe verklagt Soundgarden

| 0

Detail Der Streit um das musikalische Erbe des verstorbenen Chris Cornell wird juristisch ausgetragen: Laut Medienberichten hat Cornells Witwe Vicky die übrigen Soundgarden-Mitglieder wegen ausstehender Tantiemen-Zahlungen verklagt, viel mehr noch geht es offenbar aber um die Rechte an hinterlassenem Songmaterial von Cornell.

Laut dem US-Klatsch-Portal TMZ und übereinstimmenden Berichten anderer Medien hat Vicky Cornell am 9. Dezember bei einem Gericht in Florida Klage gegen die übrigen drei Soundgarden-Bandmitglieder eingereicht. Laut den Gerichtsunterlagen würden ihr "hunderttausende Dollar" vorenthalten, die ihr "zweifellos" zustünden. Vicky Cornell und ihre Anwälte behaupten, dies sei ein Versuch "Chris' Nachlassverwalter unter Druck zu setzen, damit wir bestimmte Audioaufnahmen von Chris herausgeben, die er vor seinem Tod erstellt hat."

Laut Vicky soll ihr 2017 tragisch verstorbener Ehemann der einzige Urheber der Aufnahmen sein, die auch Gesangsaufnahmen von ihm umfassen. Zudem seien die Tracks ihr als Verwalterin von Cornells Nachlass vermacht worden. Soundgarden dagegen behaupten, die Band habe "gemeinsam an den Dateien gearbeitet."

Um an die Aufnahmen zu kommen, habe die Band laut Vicky auf "Druck-Taktiken, Belästigung, die widerrechtliche Aneignung von Tantiemen und Erpressung" zurückgegriffen. Außerdem hätten sie Soundgardens Fans gegen die Witwe aufgehetzt, indem sie in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt hätten, Vicky Cornell sei das entscheidende Hindernis auf dem Weg zu einem neuen Soundgarden-Album. Dies habe angeblich sogar die Sicherheit der Cornell-Familie durch Stalker so sehr beeinträchtigt, dass das FBI eingeschaltet worden sei. Sie habe demnach der Band angeboten, die Aufnahmen in Zusammenarbeit mit ihr zu veröffentlichen, dies hätten die Bandmitglieder jedoch abgelehnt.

Soundgarden-Gitarrist Kim Thayil hatte in der Vergangenheit mehrfach verlauten lassen, dass er es sich vorstellen könne, noch ein weiteres Soundgarden-Abum zu veröffentlichen, auf dem auch Cornells letzte vor seinem Tod aufgenommenen Stücke enthalten sind. Allerdings müsste die Band dafür zunächst an die hinterlassenen Aufnahmen von Chris gelangen, dies sei bislang allerdings noch nicht gelungen. Ein aktuelles Statement der Band zu der Klage steht noch aus.

In einem Instagram-Post äußerte sich Vicky Cornell indirekt zu der Klage, indem sie durchblicken ließ, wie verletzt und desillusioniert sie von dem Verhalten der Band sei. "Ich wollte nicht, dass es so kommt", schrieb sie darin. "Aber ich lasse mich nicht zum Vorteil und Ertrag von anderen beiseite schieben. Ich werde nicht die Zukunft [meiner und Chris'] Kinder für die Gier von anderen opfern. Und ich werde nicht zulassen, dass andere mir Scham dafür aufnötigen, dass der Mann, den ich geliebt habe, uns allen viel zu früh genommen wurde. [...] Ich werde die Arbeit und das Andenken meines Mannes ehren."

Soundgarden hatten im Juli noch den Konzertfilm "Live From The Artists Den" herausgebracht. Weitere Archiv-Veröffentlichungen sind denkbar, Touren ohne Cornell können sich die übrigen Bandmitglieder dagegen nicht vorstellen.

Instagram-Post: Vicky Cornell äußert sich zu der Klage gegen Soundgarden

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

I have been taking time these past few weeks to be grateful for all the good people around me and for those who have lifted me up at the very worst times in my life. The silver lining, during the storm, is finding and appreciating the subtle glow of those who sincerely support you in your life unconditionally. However, sometimes while you grieve the one you physically lost, you realize that you must now grieve the loss of some of those you considered friends and family as well. I am shocked at how often this occurs. It’s not just me, or the rock-star widow, or the political widow; it is the case for the vast majority of women after their partners have passed. It transcends socio-economic class, race, and religion. It is an unpleasant and unfortunately all too common theme. Hard-hearted family members, friends, and business associates; who will exploit a widow’s vulnerability when she’s broken and alone. These other people who have decided that her time is up as well. Through support groups and other widowed friends, and during both difficult and supportive conversations, I have learned that I am not a unique case. This seems to be the inevitable plight of the widow in this world and I cannot help feeling angry, sad and betrayed. I will not be bullied or shamed into silence. I will not accept something so wrong, so lacking in compassion or decency, even with the clear but unspoken threat of social rejection hanging over me. This was not the way I would have chosen to move forward. But I will not be pushed aside for someone else’s convenience or gain. I will not sacrifice our children’s futures for someone else’s greed. And I will not let someone else make me feel shame because the man I loved was taken from all of us too soon. I will do justice by my husband’s work and memory; for our children and for everything we stood for. I want to thank everyone who has stood by Chris and has supported us through this devastating time. Your love and your kindness will never be forgotten. #chriscornell forever

Ein Beitrag geteilt von Vicky Cornell (@vickycornell) am

0 Kommentare

Bitte einloggen, wenn du diese News kommentieren möchtest.